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Magen-Darm-Würmer

 

Magen-Darm-Würmer sind eine große Bedrohung für Ziegen in der Weidehaltung. Ihre Larven werden beim Grasen aufgenommen. Es ist ein seit Jahrtausenden eingespielter Kreislauf: Die Wiederkäuer nehmen die Larven auf, im Körper des Wirtstieres entwickelt sich die Larve zum Wurm, setzt sich fest, und die Eier werden wieder über den Kot ausgeschieden. Im Gras entwickeln sich aus den Eiern wieder Larven.

Besonders hervorzuheben ist der Rote Magenwurm (lat. Haemonchus contortus). Dieser Wurm saugt sich an der Wand des Labmagens der Ziege fest und ernährt sich von Blut. Es kann zu erheblichen Blutverlusten kommen. Beim Herunterziehen des Augenlids kann diese Blutarmut diagnostiziert werden. Normalerweise sind die Bindehäute rosa-rot. Beim Befall mit dem Roten Magenwurm sind die Bindehäute blass-rosa bis porzellan-weiß. Weitere Symptome für einen Wurmbefall sind Durchfall, Abmagerung, struppiges Fell und Milchrückgang. Nicht selten versterben Tiere aufgrund eines starken Befalls.

Wird eine Wurminfektion vermutet, so sollte der Kot des Tieres bzw. der Tiere untersucht werden. Dies ist entweder über eine Einzelkotprobe oder über eine Sammelkotprobe möglich. Heutzutage wird die Einzelkotprobe empfohlen, da sie eine gezielte Behandlung ermöglicht. Sammelkotproben sollten zumindest immer von einer ähnlichen Tiergruppe genommen werden, z. B. tragende Ziegen, Kitze etc. Dabei ist darauf zu achten, dass die Proben direkt aus dem After oder frisch und ohne Beimengungen vom Boden genommen werden. Da im Labor mehrere Ansätze nötig sind, benötigt man für die Untersuchung eine ausreichende Menge Kot, als Faustregel gilt: „eine Handvoll“.

Für Ziegen gibt es keine zugelassenen Entwurmungsmittel, deshalb werden üblicherweise Medikamente aus der Schafgesundheit verwendet. Dies hat zur Folge, dass relativ lange Wartezeiten einzurechnen sind, bevor Fleisch oder Milch wieder für den menschlichen Verzehr zu gebrauchen sind. Bei der Gabe des Medikaments ist zu beachten, dass nie unterdosiert werden darf. Außerdem sollte es nicht in die Backen, sondern auf die Zunge gegeben werden. Gerade in Hinsicht auf die Bildung von Resistenzen bei den Würmern ist es anzuraten, selektiv und gezielt zu entwurmen – was nach Einzelkotproben möglich ist. Außerdem sollte das Medikament nach Absprache mit dem Haustierarzt hin und wieder gewechselt werden. Um den Behandlungserfolg zu kontrollieren und um Resistenzen frühzeitig zu erkennen, sollten in Abhängigkeit vom verwendeten Medikament Kontrollkotproben 7 bis 14 Tage nach der Entwurmung untersucht werden. Achtung: Bei Zukauf von Tieren anderer Züchter ist es durchaus möglich, resistente Würmer „mitzukaufen“; um hierüber Bescheid zu wissen, kann eine Quarantäne neuer Tiere und deren Untersuchung auf Würmer hilfreich sein. Letztendlich sollte immer ein individuelles Behandlungsregime mit dem Haustierarzt besprochen werden.

Mit Hilfe einfacher weidetechnischer Maßnahmen kann die Infektion mit Wurmlarven auf der Weide minimiert werden. Dazu zählen Ausmähen von „Geilstellen“ in der Weide und Heu- bzw. Silagegewinnung. Dadurch wird ein Austrocknen der Weide erreicht und die Wurmlarven gehen ein. Auch durch Portionierung der Weide und das gemeinsame Grasen mit Rindern oder Pferden wird der Wurmdruck reduziert.

(Wir danken Dr. Benjamin Bauer, Tiergesundheitsdienst Bayern, dass wir diese Kurzzusammenfassung seines Vortrags bei der Ziegenzuchtvereinigung Mittelfranken am 24.05.2013 hier verwenden dürfen.)

 

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Ziegenzuchtvereinigung Mittelfranken | Info@Reuthwind.de