Home
Der Verein
Die Ziegen
Rund um die Ziege
Termine/Aktivitäten
Fotoalben
Stallbesichtigung
Veranstaltungen
Vereinsausflüge
Oberpfalz 2015
Thüringen 2013
Schweiz 2012
Schwarzwald 2008
Österreich 2006
Schweiz 2007
Saarland 2005
Oberfranken 2004
Vorträge
Archiv
Links
Kontakt
Gästebuch
Tierverkäufe
Veröffentlichungen
Impressum

Ziegenfreunde Franken erkunden den Schwarzwald

Dass es nicht nur in Franken schöne Ziegen gibt mussten die Ziegenfreunde Frankens am 19. und 20. 4. 2008 bei Ihrem Vereinsausflug in den Schwarzwald feststellen. Gewiss trägt dazu die für Ziegen ideale Vegetation und Infrastruktur des Schwarzwaldes  bei. Um die Anfahrt nicht zu lang werden zu lassen machten wir den ersten Stopp bei der Familie Sidiropoulos in Vahingen bei Stuttgart. Ein Besuch auf der Burenziegenfarm ist nicht nur für Freunde der Burenziegen von besonderem Interesse. Die Qualität und die Verfassung der Tiere in Offenstallhaltung ist schon beeindruckend.  Kosmas Sidiopoulos berichte uns sehr anschaulich, wie er die Ziegenhaltung über Jahrzehnte in dem Naturpark, in dem auch sein Betrieb liegt, betrieben hat. War es in den Anfängen noch mehr die „Wanderziegerei“, so überwiegt jetzt mehr die Stallhaltung mit gelegentlichen Weidegängen. Züchterisch verrät uns der Züchter, dass er die Göttinger Linien bevorzugt, die sich bei  guter Bemuskelung sehr kompakt darstellen. Nach einem ausgezeichneten Frühstück mit vielen Spezialitäten von der Ziege waren wir gut Gerüste für die Weiterfahrt in den Schwarzwald.

Hier trafen wir uns mit Meinrad und Melanie  Schweikert, der uns bei der Planung der Fahrt beraten hatten und uns nun mit Land und Leute der Region vertraut machten. Als Staatsbediensteter im Forstamt und Landschaftsgärtner konnten uns Schweikerts viel über die Eigenheiten des Schwarzwaldes sowie über infrastrukturelle Probleme erzählen.

Zunächst besuchten wir den Betrieb Peterle,  der den Hinterjörgenhof in Bayersbronn  bei Freudenstadt  betreibt. Der Biobetrieb mit ca. 60 Ziegen der Rasse BDE verarbeitet und vermarktet seine Ziegenprodukte im eigenen  Hofladen sowie auf Märkten der Region. Ein Teil der Herde wird ausschließlich in der Landschaftspflege eingesetzt. Hr. Peterle schilderte sehr anschaulich den Aufwand der Hütung in den Steillagen. Regionale Förderprogramme entschädig für die mühsame Tätigkeit; ob ausreichend ließ der Betriebsleiter offen. 

Leider bei leichtem Regen fuhren wir über den Kniebis, einem Höhenzug  mit ca. 1000m. Der Pass mit dem beleibten Wintersportzentrum ist schon seit Urzeiten ein wichtiger Handelsweg. Weniger bekannt  ist da wohl das Schapbachtal, in dem Familie Schweikert und Ihre Ziege zu Hause sind. Am Ende des Tales auf dem Schapbachhof  haben sie eine „Zweite Heimat“ für Walliser Schwarzhalsziegen aufgebaut.  Die eigentliche Heimat dieser beeindruckenden Ziegen ist das Wallis in der Schweiz, wo auch heute noch die stärkste Verbreitung dieser Rasse zu finden ist. Aber auch in  Deutschland erfreut sie sich zusehender Beliebtheit. Dazu hat Familie Schweikert sicherlich mit dem Aufbau Ihrer Herde aus überwiegend direkt aus der Schweiz eingeführten Tieren beigetragen. Wir konnten uns überzeugen, dass sich die sehr fotogenen Ziegen sehr gut in der Landschaftspflege eignen und auch bei magerer Fütterung gut Tageszunahmen erreichen. Nachdem der Waldanteil in Schwarzwald ständig zunimmt scheint der Einsatz einer solch robusten Rasse für die Landschaftspflege ideal.

Mit welchen Mühen die manuelle Bearbeitung der Hanglagen verbunden ist erläuterte uns Meinrad an seinem Maschinenpark. Für uns Flachländler waren die Spezialmaschinen für die Hangbearbeitung beeindruckend. Leider war der „Bergbauer“ zu einer Vorführung am Sonntagmorgen nicht zu bewegen.

Der Einsatz, der hier für die Landschaftspflege betrieben wird geht wohl schon über das normale Hobby hinaus.

Der Pfauenziegenbetrieb von Fam. Großmann war die letzte Station unserer Reise. Vor der Toren Freiburgs im Breisgau ist es wohl vor allem Tochter Nicole, die hier die Fäden in der Hand hält. Mit viel Engagement  erzählt sie uns die Geschichte ihre Pfauenzucht. Einige kastrierte Mischlingsböcke aus den Anfängen sind noch im Berieb und werden zeitweise im Kutscheneinsatz gefordert. Seit einigen Jahren betreibt man jedoch eine Reinzucht, deren Ursprung auf Österreich und die Schweiz zurückzuführen ist.

Die weiblichen Tiere, zum Zeitpunkt unseres Besuches weitgehend mit Nachwuchs, werden ausschließlich in Einzelboxen gehalten. Die Gruppenhaltung der Pfauenziegen ist wohl bei Stallhaltung problematisch. Nachdem die Pfauenziegen in Deutschland als Zweinutzungsrasse geführt werden können haben sich Großmanns für die weniger aufwändige Fleischleistungsprüfung entschlossen. Hier können die großrahmigen Tiere durchaus mit den echten Fleischrassen konkurieren.

Wieder in Franken angekommen war die einstimmige Meinung, dass die Reise zwar anstrengend, aber wieder viele neue Ideen und Eindrücke gebracht hat.  

 

Ziegenfreunde Franken mit Meinrad Schweikert (Mitte mit Blaumann)
Komas Sidiopoulos mit seinen Burenziegen

Ziegenzuchtvereinigung Mittelfranken | Info@Reuthwind.de