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Kokzidien


Der Befall mit Kokzidien ist eine der häufigsten Parasitenerkrankungen bei Ziegenkitzen. Es handelt sich dabei um mikroskopisch kleine Einzeller, die sich in der Darmschleimhaut festsetzen und diese bei Nichtbehandlung zerstören.

Die Infektion erfolgt in kotverschmutzter Umgebung, sei es über Wasser, Einstreu oder Futter. Die Kokzidien werden über den Kot ausgeschieden und entwickeln sich direkt in der Einstreu oder auf der Weide zum infektiösen Stadium. Vor allem bei Feuchtigkeit und Temperaturen um 20°C geschieht dies in kürzester Zeit. Besonders anfällig sind Ziegenkitze, die jünger als 5 Monate sind, oder auch frisch von der Muttermilch abgesetzte Tiere. Mit zunehmendem Alter bilden die Tiere eine gewisse Immunität aus und somit sind ältere Tiere in der Regel weniger anfällig, es sei denn, sie stehen unter Stress oder sind geschwächt, z.B. während der Hochlaktation. Wird der Befall nicht behandelt, so kümmert das Tier, hat Durchfall (dies ist auch das am leichtesten zu erkennende Anzeichen) und es kommt zur Zerstörung der Darmschleimhaut. Im schlimmsten Fall versterben die Tiere.

Stellt man nun Durchfall oder Kümmern fest, so ist am besten direkt aus dem After des betroffenen Tieres eine Kotprobe zu entnehmen und diese vom Tierarzt untersuchen zu lassen. Als gut wirksam bei Ziegen haben sich die aus der Schafmedizin umgewidmeten Medikamente mit den Wirkstoffen Diclazuril und Toltrazuril erwiesen. Die Behandlung sollte individuell mit dem Haustierarzt abgesprochen werden.

Noch besser ist natürlich die Prophylaxe: Ein trockenes Stallklima und gründliches Misten (mindestens „besenrein“, am besten dampfgestrahlt) sind wichtig, da Kokzidieneier bis zu 18 Monate in geeigneter Umgebung infektionsfähig bleiben. Geeignet als Desinfektionsmittel sind z.B. Neopredisan® oder Ascarosteril®. Durch ein stabiles Immunsystem können Ziegenkitze einen Kokzidienbefall bis zu einem bestimmen Ausmaß tolerieren und eine gute Immunität entwickeln. Eine ausreichende Kolostrumaufnahme sowie die Versorgung mit Mineralien wie Selen, Kupfer und Zink sowie mit Vitamin A sind unerlässlich. Auch in der Stallgestaltung kann man vorbeugen: Raufen und Wassernäpfe sollten einstiegssicher sein. Von der Bodenfütterung sollte komplett Abstand genommen werden, ebenso ist die Überbelegung des Stalles zu vermeiden.

(Wir danken Dr. Benjamin Bauer, Tiergesundheitsdienst Bayern, dass wir diese Kurzzusammenfassung seines Vortrags bei der Ziegenzuchtvereinigung Mittelfranken am 24.05.2013 hier verwenden dürfen.)

 

 

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